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Abraham Dürninger
geb. am 22.12.1706 in Straßburg/Elsaß

Abraham Dürninger war der 2. Sohn eines Straßburger Kaufmanns und Ratsherrn.
Er lernte bei seinem Vater und wurde außerdem in die Fremde geschickt, z.B. in die Schweiz,
nach Frankreich und in die Niederlande. Während dieser Zeit machte er die Erfahrung, wie häßlich
Gewerbe und Handel sein können, wenn sie nur aus Profitgier betrieben werden. Deshalb wollte Dürninger
nicht mehr Kaufmann bleiben. Der sehr feinfühlige und gläubige Mann war auf der Suche nach einer Stätte,
wo er seinen Hunger nach Gott sättigen konnte.
In dieser Zeit hörte er von der Gemeinschaft der Herrnhuter Brüdergemeine in der Wetterau bei
Frankfurt/Main unter dem Grafen Zinzendorf. Am 5.12.1744 schloß er sich dort der Gemeine an, nachdem er sich
zuvor bei mehreren Besuchen mit ihrem geistlichen Leben vertraut gemacht hatte.
Zinzendorf berief ihn 1745 zum Rechnungsführer der Brüdergemeine in der Wetterau.
1747 berief ihn Zinzendorf nach Herrnhut, wo er den verschuldeten Gemeinladen übernehmen sollte.
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Bevor er nach Herrnhut ging, mußte er verheiratet sein, so verlangten es Sitte und Anstand
und das Geschäft. Durch das Los wurde er mit einer jungen Witwe vermählt, die einen neunjährigen
Sohn in die Ehe mitbrachte.
Am 29.9.1747 reiste Dürninger nach Herrnhut ab, nicht ohne unterwegs die Leipziger Messe zu besuchen,
wo er die ersten Einkäufe für sein Geschäft tätigte. Am 24.10.1747 übernahm
Abraham Dürninger den Gemeinladen der Brüdergemeine in Herrnhut. Dieser Tag ist der
Gründungstag des Werkes, dem Dürninger später mit Zustimmung des Grafen Zinzendorf seinen
Namen geben durfte.
Durch den rastlosen Eifer Dürningers und dem Segen Gottes wuchs die Handlung von Tag zu Tag und
Jahr zu Jahr. 1751 zeichnete Dürninger nicht mehr nur Abraham Dürninger, sondern Abraham Dürninger
& Co., um zu dokumentieren, daß er nicht Inhaber, sondern nur treuhänderischer Verwalter der ihm von
der Brüdergemeine anvertrauten Handlungen war.
Als Jahre später zur Handlung die Fabrikation hinzu kam, war Dürninger der erste deutsche Kaufmann,
der zu festen Preisen kaufte und verkaufte. Er hat dadurch den Oberlausitzer Webern eine feste Einnahme ermöglicht
und zur Linderung ihrer Armut beigetragen.
Noch zu Lebzeiten Abraham Dürningers entstand unter seiner Leitung ein Werk, das weit über die Grenzen
Deutschlands und Europas hinaus bekannt wurde. Als gläubiger und tatenfroher Kaufmann hat er in Herrnhut
einen Wirtschaftsgeist geformt, der der Brüdergemeine mit ihrer Wirtschaftstätigkeit bis heute Ausstrahlung gibt.
Abraham Dürninger vollendete sein Erdenleben am 13. Februar 1773 und wurde auf dem Gottesacker der Brüdergemeine
in Herrnhut begraben. Sein Grabstein befindet sich noch heute dort.
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